Zaziki selber machen: 5 Zutaten, 5 Minuten
Zaziki steht in jedem Supermarkt im Kühlregal — meistens zwischen Hummus und Kräuterquark. Becher auf, Löffel rein, fertig! Funktioniert. Keine Frage.
Ein Blick auf die Zutatenliste zeigt dann oft etwas anderes: modifizierte Stärke, Rapsöl, Milcheiweißerzeugnis oder Trinkwasser schon weit vorne. Das ist weder problematisch noch versteckt, aber eben oft weiter weg von einem schlichten Zaziki aus Joghurt, Gurke und Knoblauch.
Echtes Zaziki besteht aus fünf Zutaten: griechischer Joghurt, Salatgurke, Knoblauch, Olivenöl und Salz. In fünf Minuten angerührt, ohne Spezialzutaten, ohne Gewürzmischung aus der Tüte. In diesem Artikel findest du ein einfaches Grundrezept, einen ehrlichen Check der Fertigprodukte und einen Kostenvergleich. Damit kannst du selbst entscheiden, ob sich der Griff zum Becher für dich lohnt — oder ob du es einfach mal selber machst.
Zaziki, Tsatsiki, Tzatziki — wie schreibt man das eigentlich?
Kurze Antwort: alles richtig, je nachdem wen du fragst. Im Griechischen heißt es τζατζίκι — und wie man das ins Deutsche überträgt, da sind sich nicht mal die Wörterbücher einig. Der Duden empfiehlt „Zaziki", im Alltag liest man genauso oft „Tsatsiki" oder „Tzatziki". Auf Verpackungen im Supermarkt steht meistens „Zaziki". In diesem Artikel halten wir uns an die Duden-Schreibweise — aber egal wie du es schreibst: Hauptsache, es schmeckt.
Einfaches Zaziki — das Grundrezept
Für eine Schüssel Zaziki (ca. 400 g, reicht als Dip für 3–4 Personen) brauchst du:
— 250 g griechischer Joghurt (10 % Fett) alternativ Joghurt 'griechischer Art' (Unterschied siehe Hinweis unten )
— ½ Salatgurke (ca. 150 g)
— 1–2 Knoblauchzehen
— 2 EL gutes Olivenöl
— Salz nach Geschmack
Gurke schälen,grob raspeln, in ein Sieb geben, salzen und 10 Minuten abtropfen lassen. Dann mit der Hand kräftig ausdrücken — je trockener die Gurke, desto cremiger das Ergebnis. Knoblauch fein pressen oder mit dem Messer hacken. Alles mit dem Joghurt verrühren. Mit Salz abschmecken.
Für den Feinschliff kannst du das Zaziki je nach Geschmack variieren:
Ein Spritzer Zitronensaft oder Weißweinessig bringt eine leichte Frische und Säure ins Spiel – ideal, wenn das Zaziki besonders leicht und sommerlich wirken soll.
Im Gegenzug rundet eine kleine Prise Zucker (1/2 TL) die Säure ab und macht den Geschmack insgesamt harmonischer, vor allem wenn das Joghurt schon etwas sauer oder die Gurke leicht bitter ist.
Frischer Dill sorgt für eine aromatische, leicht kräuterige Note und passt besonders gut zu Fisch oder Grillgerichten.
Schwarzer Pfeffer gibt dem Ganzen etwas mehr Würze und Tiefe – perfekt, wenn du es kräftiger magst.
Zum Schluss das Olivenöl kreisförmig darüber gießen. Fertig!
Wenn du magst, eine halbe Stunde im Kühlschrank durchziehen lassen. Der Knoblauch entfaltet sich dann besser. Aber auch direkt ist es schon gut.
Fertig-Zaziki im Vergleich — was steckt drin?
Im Kühlregal stehen Zaziki-Becher von unter vier bis fast zehn Euro pro 1000 g. Ich habe vier davon einmal quer durch die Preissegmente angeschaut — einfach um zu sehen, was auf der Zutatenliste steht. Keine gezielte Auswahl, kein Ranking. Nur: Rückseite umdrehen, lesen, vergleichen.
Milram Zaziki (ca. 190 g, 1,79 €, entspricht 9,42 €/kg)
Sahnejoghurt, Speisequark, 14 % Gurken, 2,4 % Knoblauch, natives Olivenöl, Pfeffer, Stärke, Branntweinessig, Speisesalz.
Kurze Liste, Sahnejoghurt & Speisequark als Basis, nur natives Olivenöl - kein Rapsöl. Stärke als Verdicker. Von den vier Produkten am nächsten an dem, was man zu Hause anrühren würde.
Gut & Günstig Zaziki (250 g, 1,19 €, entspricht 4,76 €/kg)
Joghurterzeugnis (Vollmilch, entrahmte Milch, Milcheiweiß, modifizierte Stärke, Säuerungskulturen), Gurken, Knoblauch, Rapsöl, natives Olivenöl extra, Meersalz, Weinessig, weißer Pfeffer.
Günstig, relativ wenige Zusatzstoffe. Aber die Basis ist Vollmilch & entrahmte Milch & Milcheiweiß, kein Joghurt — der wird erst durch Stärke und Säuerungskulturen zu etwas Joghurtähnlichem eingedickt. Bei den Ölen liegt Rapsöl vor Olivenöl — das heißt: mehr Rapsöl als Olivenöl.
Wonnemeyer Zaziki / Aldi (500 g, 1,65 €, entspricht 3,30 €/kg)
Frischkäse (35 %), Trinkwasser, Rapsöl, Gurken (15 %), Joghurterzeugnis (9 %), Branntweinessig, Zucker, Knoblauch, Speisesalz, Stärke, jodiertes Speisesalz, Zwiebeln, Kräuter, Milcheiweißerzeugnis, Gewürze, Verdickungsmittel: Guarkernmehl, Xanthan.
Das günstigste Produkt — aber auch am weitesten vom Original entfernt. Basis ist 'Frischkäse + Joghurterzeugnis', nicht Joghurt. Wasser als zweite Zutat. Zucker. Verdickungsmittel. Im Grunde ein Frischkäse-Dip mit Gurke und Kräutern.
Apostels Zaziki (200 g, 1,39 €, entspricht 6,95 €/kg)
Vollmilch, 15 % Gurken, 6 % Knoblauch, 3 % Rapsöl, Milcheiweißerzeugnis, modifizierte Stärke, Magermilchpulver, Meersalz, 1 % Olivenöl, Weinessig, Pfeffer, Verdickungsmittel (Pektin, Agar-Agar), Säureregulator (Natriumcarbonat, Natriumcitrat), Säuerungskulturen.
Höchster Knoblauchanteil von allen (6 %). Aber die Basis ist 'Vollmilch + Milcheiweißerzeugnis + modifizierte Stärke + Magermilchpulver' - das ist kein Joghurt! Stattdessen wird die Masse mit diversen Verdickern und Säureregulatoren lediglich joghurtähnlich gemacht.
Auf einen Blick
Was auffällt: Nur ein Produkt verwendet tatsächlich Joghurt als Basis und ausschließlich Olivenöl. Die anderen ersetzen beides teilweise oder ganz — durch Frischkäse, Vollmilch, Rapsöl und Verdickungsmittel. Das ist eher ein Gurken-Knoblauch-Dip mit diversen Zusatzstoffen.
Kostenvergleich: selber machen vs. Fertigbecher
Verglichen werden die Gesamtkosten für ca. 400 g Zaziki. Der Preis der Fertigprodukte bleibt das ganze Jahr gleich — bei der selbst gemachten Variante macht der Gurkenpreis den Unterschied.
Selber machen mit Joghurt griechischer Art (ca. 400 g)
— 250 g Joghurt 'griechischer Art (1 kg ca. 2,10 €) → ca. 0,53 €
— ½ Salatgurke: 0,20 € im Sommer — 0,70 € im Winter
— 1–2 Knoblauchzehen → ca. 0,10 €
— 2 EL Olivenöl → ca. 0,15 €
— Salz → ca. 0,01 €
— Sommer: ca. 0,99 €/400 g → 2,48 €/kg
— Winter: ca. 1,49 €/400 g → 3,73 €/kg
Selber machen mit echtem griechischem Joghurt (10 % Fett)
Näher am Original, aber teurer
— Sommer: ca. 1,46 €/400 g → 3,65 €/kg
— Winter: ca. 1,96 €/400 g → 4,90 €/kg
Alle Varianten im Vergleich (für 400 g)
| Variante | Sommer | Winter | Basis |
|---|---|---|---|
| Selber machen, Joghurt griech. Art | 0,99 € | 1,49 € | Joghurt, Gurke, Knoblauch, Olivenöl |
| Wonnemeyer (Aldi) | 1,32 € | Frischkäse + Wasser | |
| Selber machen, echt griechisch | 1,46 € | 1,96 € | Joghurt, Gurke, Knoblauch, Olivenöl |
| Gut & Günstig | 1,90 € | Joghurterzeugnis | |
| Apostels | 2,78 € | Vollmilch + Milchpulver | |
| Milram | 3,77 € | Sahnejoghurt + Quark | |
Selbstgemacht mit frischer Gurke und frischem Knoblauch liegst du im Sommer unter einem Euro für 400 g — also sogar unter dem Aldi-Becher. Gleichzeitig bleibt die Zutatenliste überschaubar: Joghurt, Gurke, Knoblauch, Olivenöl und Salz.
Noch günstiger wird es, wenn du den Joghurt selbst machst: Dann kommst du für etwa 400 g Zaziki auf grob 60 Cent und bleibst auch bei der Joghurtbasis ganz nah an dem, was du wirklich verwenden willst.
Der Unterschied liegt also nicht nur im Preis, sondern auch in der Basis: Im günstigen Becher steckt eher ein haltbar gemachter Dip, in der selbst gemachten Schüssel ein sehr direktes Zaziki. Du bezahlst weniger — und bekommst deutlich mehr.
Kurzer Exkurs: Joghurt ist nicht gleich Joghurt
Bei Zaziki macht der Joghurt locker 60 % des Ergebnisses aus. Deshalb lohnt sich ein kurzer Blick darauf, was im Becher steht.
Griechischer Joghurt (10 % Fett)
Cremig, dick, leicht säuerlich. Wird durch Abtropfen von Molke konzentriert — deshalb braucht er mehr Milch als normaler Joghurt. Das macht ihn teurer, aber auch gehaltvoller. Für Zaziki ist er ideal, weil er Flüssigkeit aus der Gurke aufnimmt, ohne wässrig zu werden.
Joghurt nach griechischer Art
Heißt oft so, wenn er nicht der klassische abgetropfte Joghurt ist. Oft wird er mit Sahne angereichert statt durch Abtropfen eingedickt. Schmeckt milder, ist ähnlich cremig und eine geeignete, kostengünstigere Variante.
Joghurterzeugnis
Steht auf einigen Fertigprodukten. Bedeutet: Die Basis wurde mit Stärke, Milchpulver oder Verdickungsmitteln auf die gewünschte Konsistenz gebracht. Deshalb steht dort nicht einfach „Joghurt". Das ist industrielle Fertigung und deshalb ein gebautes Produkt und kein schlichter Joghurt.
Braucht man Zaziki-Gewürz?
Im Gewürzregal steht manchmal eine „Zaziki-Gewürzmischung“. Da steckt meistens Folgendes drin: Knoblauch, Salz, Zwiebel, Zucker, Zitronenschale, Pfeffer, Petersilie, Dill, Minze, Kümmel, Paprika. Also einiges, was in ein klassisches Zaziki schlicht nicht gehört — und einiges, was du wahrscheinlich ohnehin im Schrank hast.
Klassisches Zaziki kommt mit Knoblauch und Salz aus. Wenn du magst, ein Spritzer Zitronensaft oder etwas Dill. Mehr braucht es nicht. Die Gewürzmischung ist eher für den Fall gedacht, dass man aus Naturjoghurt ohne viel Aufwand schnell etwas Würziges anrühren will. Dann entsteht eher ein Kräuter-Knoblauch-Dip als ein schlichtes Zaziki.
Wenn's mal nicht klappt
Zaziki ist wässrig?
Fast immer liegt es an der Gurke. Raspeln, salzen, 10 Minuten im Sieb abtropfen lassen, dann mit der Hand richtig fest ausdrücken. In der Gurke steckt erstaunlich viel Wasser — und das landet sonst im Zaziki.
Knoblauch zu dominant?
Frischer Knoblauch kann heftig sein. Eine Zehe reicht meistens für eine Portion. Wenn du empfindlich bist: Knoblauch vorher leicht anrösten oder ein paar Stunden durchziehen lassen — er wird dann milder. Oder einfach weniger nehmen.
Schmeckt fad?
Meistens fehlt Salz. Zaziki braucht mehr Salz als man denkt. Lieber abschmecken und noch eine Prise nachsalzen. Ein Spritzer Zitronensaft hilft auch — der hebt den Geschmack an, ohne nach Zitrone zu schmecken.
Haltbarkeit und Aufbewahrung
Selbstgemachtes Zaziki hält sich im Kühlschrank gut abgedeckt zwei bis drei Tage. Der Knoblauch wird mit der Zeit milder, die Gurke gibt etwas Wasser ab — beides ist normal. Vor dem Servieren einmal durchrühren und bei Bedarf nachsalzen.
Einfrieren ist möglich, aber nicht ideal. Joghurt verändert beim Auftauen seine Konsistenz — er wird körniger. Wenn du größere Mengen vorbereiten willst: Lieber den Joghurt portioniert im Kühlschrank lagern und Gurke sowie Knoblauch frisch dazugeben.
Am Ende ist es deine Entscheidung
Der Becher aus dem Kühlregal ist bequem, schnell und für viele Situationen völlig okay.
Hinter dem gleichen Namen können ziemlich unterschiedliche Produkte stehen: mal ein einfacher Joghurt-Dip mit Gurke und Knoblauch, mal eher eine Mischung aus Frischkäse, Wasser und Verdickern.
Wenn dir genau diese Bequemlichkeit reicht, nimm den Becher. Wenn du mit fünf Zutaten und fünf Minuten lieber ein schlichtes Zaziki selbst machen willst, geht das genauso. Mehr muss die Entscheidung am Ende gar nicht sein.