Rhabarber anpflanzen — Schritt für Schritt
Pflanzzeit — Herbst oder Frühjahr?
Grundsätzlich könnt ihr Rhabarber sowohl im Herbst als auch im Frühjahr pflanzen. Beide Zeiträume haben Vorteile.
Herbst (Oktober bis November): Der Boden ist noch warm vom Sommer, die Pflanze kann in Ruhe anwachsen und startet im Frühjahr direkt durch. In der Oberpfalz funktioniert das gut, solange der Boden noch
nicht gefroren ist. Das ist unser bevorzugter Zeitpunkt.
Frühjahr (März bis April): Sobald der Boden frostfrei und bearbeitbar ist, kann gepflanzt werden. Die Pflanze hat dann weniger Zeit zum Einwurzeln, bevor sie austreiben muss — aber bei guter Wasserversorgung
funktioniert auch das zuverlässig.
So setzt ihr Rhabarber richtig ein
Hebt ein Pflanzloch aus, das etwa doppelt so breit und tief wie der Wurzelballen ist. Mischt die ausgehobene Erde mit reifem Kompost — oder, falls verfügbar, mit gut abgelagertem Pferdemist. Wir kommen über meine Reitbeteiligung an Pferdemist in verschiedenen
Reifegraden und geben davon eine gute Spatentiefe ins Pflanzloch — der Rhabarber dankt es mit deutlich dickeren Stangen. Wer selbst nicht reitet, kann trotzdem in vielen Reitställen abgelagerten Mist kostenlos abholen, oft reicht
eine kurze Nachfrage. Es findet sich fast immer jemand, der froh ist, wenn ein paar Schubkarren weniger auf dem Misthaufen landen.
Setzt die Pflanze so ein, dass die oberste Knospe etwa 5 cm unter der Erdoberfläche liegt. Nicht tiefer, sonst tut sich die Pflanze schwer beim Austreiben. Die Erde leicht andrücken und gründlich wässern — wirklich durchdringend, nicht nur obendrüber.
Zum Schluss eine Schicht Mulch rund um die Pflanzstelle verteilen. Rasenschnitt, Stroh oder halbverrotteter Kompost eignen sich gut. Der Mulch hält die Feuchtigkeit im Boden und unterdrückt Unkraut.
Rhabarber aus Teilung vermehren
Wer bereits eine gut etablierte Staude hat, braucht keine neue Pflanze zu kaufen. Alle sieben bis zehn Jahre sollte Rhabarber ohnehin geteilt werden, weil der Ertrag sonst nachlässt. Das macht ihr am besten im Herbst, wenn die Pflanze in die Ruhephase
geht.
Grabt die Staude vorsichtig aus und teilt den Wurzelstock mit einem scharfen Spaten oder Messer. Jedes Teilstück sollte mindestens zwei bis drei Knospen haben. Pflanzt die Teile sofort wieder ein und wässert gut. Im nächsten Frühjahr treiben sie aus,
als wäre nichts gewesen.
Die Teilung ist nicht nur Vermehrung, sondern auch Verjüngung. Eine geteilte Pflanze bringt danach oft stärkere Stangen als eine überalterte, nie geteilte Staude.
Welche Sorten eignen sich?
Bei Rhabarber unterscheidet man grob zwischen grünstieligen und rotstieligen Sorten. Die Farbe verrät einiges über den Geschmack: Rote Sorten sind in der Regel milder und weniger sauer, grüne dagegen intensiver im Geschmack und säurebetonter.
Holsteiner Blut ist ein Klassiker unter den rotstieligen Sorten — intensiv rot durchgefärbt, mild-säuerlich und gut geeignet für Kompott und Kuchen. Die Stangen werden dick und die Pflanze gilt als
robust und ertragreich.
Frambozen Rood fällt durch besonders tiefrotes Fruchtfleisch auf. Der Geschmack erinnert leicht an Himbeere, daher der bei uns bekannte Name 'Himbeerrhabarber'. Passt hervorragend zu Marmelade und Saft,
macht sich aber auch als fruchtige Note im Rhabarberkuchen.
Timperleys Early ist eine Sorte für Ungeduldige — sie treibt deutlich früher aus als die meisten anderen und liefert schon erntefähige Stangen, wenn andere Sorten gerade erst austreiben. Die Stangen
sind eher grün mit rötlichem Ansatz, der Geschmack betont sauer.
The Sutton ist robust, kompakt im Wuchs und bringt dicke, tiefrote Stangen. Für kleinere Gärten eine gute Wahl, weil die Pflanze etwas weniger Platz beansprucht als andere Sorten.
Rhabarberpflanzen bekommt ihr im Frühjahr oft günstig in der Wochenwerbung bei den Discountern. Wer einfach einmal ausprobieren möchte, ob Rhabarber im eigenen Garten funktioniert, kann dort für wenig Geld einsteigen.
Aktuell haben wir einen 'Holsteiner Blut' und einen grünstieligen im Garten, dessen Sorte ich leider nicht mehr genau weiß. Rhabarber ist unkompliziert — ihr könnt eigentlich mit keiner Sorte etwas falsch machen. Geschmacklich liegt ihr mit einer roten
Sorte für den Anfang auf alle Fälle richtig.