Rhabarber anpflanzen, pflegen und ernten

  • Beitrag vom 30.03.2026
  • Jahreszeit MAR-JUN
  • Technikgrad Anfängerfreundlich
  • Kosten Pflanze ab ~5 €
  • Regional 100%

Es gibt Pflanzen, die schmecken einfach nach Kindheit. Bei mir ist das Rhabarber.

Als Kind war ich fast jeden Tag bei meinen Großeltern. Sobald die Temperaturen es zuließen, verbrachte ich die meiste Zeit draußen im Garten. Ganz hinten im Gemüsebeet stand eine große, kräftige Rhabarberpflanze – dicke rote Stangen, die jedes Frühjahr als Erstes aus dem Boden schossen. Während der Rest des Gartens noch verschlafen vor sich hin döste, war der Rhabarber schon da. Das erste frische Grün, das man tatsächlich ernten konnte.

Meine Großmutter brachte mir mit unendlicher Geduld bei, wie man die Stangen richtig schält – sauber und ohne zu viel vom saftigen Inneren zu verschwenden. Danach ging es meistens direkt in die Küche: schlichtes Kompott mit Zucker, noch warm aus dem Topf – einfach köstlich. An Feiertagen gab's dazu eine Kugel Vanilleeis, die langsam auf dem heißen Kompott zerfloss.

Rhabarber hat bei uns deshalb einen festen Platz im Garten – auch wenn „fest" bei dieser Pflanze relativ ist. Wer einmal gesehen hat, wie eine ausgewachsene Staude nach ein paar Jahren aussieht, weiß: Die braucht richtig Platz. Bei uns ist der Rhabarber irgendwann aus den 100 m² Gemüsebeeten zu den Johannisbeeren in den angrenzenden 'Beeren- und Blümchenbereich' umgezogen. Dort kann er wachsen, ohne dass wir jedes Jahr um ihn herumpflügen müssen.

Was wir über die Jahre beim Anbau gelernt haben – vom richtigen Standort über die Pflege bis zur Ernte – haben wir hier zusammengeschrieben.

Häufige Fragen zu Rhabarber im Garten


Kann man Rhabarber im Topf anbauen?

Möglich, aber die Pflanze macht Kompromisse — und ihr auch. Rhabarber bildet starke Wurzeln und braucht Raum: Ein Kübel unter 40 Litern wird der Sache nicht gerecht. Wichtig im Topf: regelmäßig gießen, denn die Erde trocknet hier deutlich schneller aus als im Boden. Der Ertrag bleibt geringer als im Beet und im Winter braucht der Topf Schutz — mit Vlies einwickeln oder an eine geschützte Hauswand rücken, damit der Wurzelballen nicht durchfriert. Sein wahres Format zeigt Rhabarber im offenen Boden — aber im Topf funktioniert er durchaus.

Rhabarber auf dem Balkon — lohnt sich das?

Kommt darauf an, was ihr erwartet. Wer keinen Garten hat, muss auf Rhabarber nicht grundsätzlich verzichten — für eine Handvoll Stangen zum Einkochen oder einen Kuchen reicht ein großer Kübel aus. Wer aber regelmäßig ernten und die volle Pracht einer ausgewachsenen Staude erleben möchte, wird mit einem Balkon-Topf nicht glücklich. Ehrlich gesagt: Den begrenzten Platz auf einem Balkon würden wir eher Tomaten, Paprika oder Kräutern geben — die profitieren mehr davon.

Ist Rhabarber giftig?

Nicht im eigentlichen Sinn — aber ganz so pauschal ist es nicht. Die Blätter enthalten hohe Mengen Oxalsäure und gehören nicht auf den Teller. Die Stangen hingegen sind in normalen Mengen für gesunde Erwachsene unbedenklich. Bei kleinen Kindern lohnt ein Blick auf die Menge. Kochen reduziert den Oxalsäuregehalt zusätzlich. Pauschal „giftig" wäre also übertrieben — wer ein paar Dinge beachtet, kann Rhabarber ganz entspannt genießen.

Wie lange lebt eine Rhabarber-Pflanze?

Zehn bis fünfzehn Jahre ohne großes Zutun. Mit regelmäßiger Teilung alle sieben bis zehn Jahre verjüngt ihr die Staude und könnt im Grunde unbegrenzt ernten. Kaum eine andere Gartenpflanze liefert so zuverlässig Ertrag bei so wenig laufendem Aufwand.

Kann man Rhabarber-Blätter kompostieren?

Ja, ohne Bedenken. Die Oxalsäure in den Blättern wird beim Kompostieren abgebaut und schadet weder dem Kompost noch späteren Pflanzen. Große Blätter am besten etwas zerkleinern, dann verrotten sie schneller. Manche Gärtner verwenden Rhabarberblätter auch direkt als Mulch unter Beerensträuchern — das funktioniert ebenfalls gut.